Obige Reportage entstand zusammen mit meinen Kollegen Corinna Ballweg, Valentin Brandes und Kathinka Herdtweck während der Passauer Medientage im dreitägigen Workshop „Crossmediales Fernsehen.“ Unter der Leitung von Thomas Kießling und Andreas Bachmann (Bayerisches Fernsehen) mit Team erlernten die teilnehmenden Studenten viel Praxiswissen im Bereich Konzeptionierung eines Beitrages, Kamera, Schnitt, Vertonung sowie Einbindung der Beiträge in eine Homepage. Auch ich konnte viele neue Impulse in den Bereichen Kamera und Schnitt (wofür ich bei obiger Reportage hauptsächlich zuständig war) aus dem exzellenten Seminar mit den hochmotivierten Trainern, die allesamt über langjährige Praxiserfahrung verfügen, mitnehmen. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an die Veranstalter, die Trainer, an Valentin und ganz besonders an meine bedaubernden Kolleginnen Corinna und Kathi für die tollen Tage!

Gut ein Jahr ist nun schon vergangen seit ich mit den Vorbereitungen zu meiner BA-Abschlussarbeit an der Universität Passau begann. Vor etwa zwei Monaten erreichte mich die Beurteilung (eine 2,3 falls es jemanden interessieren sollte) und nun stelle ich die Arbeit der Allgemeinheit zur Verfügung. Irgendwann werde ich sie nochmals überarbeiten und das Feedback der Bewertung einfließen lassen, momentan fehlt mir dazu aber die Zeit.

Doch warum geht es? Der genaue Titel „Kommunalwahlkampf im Internet – Einstellungen bayerischer Bürgermeisterkandidaten zur politischen Willensbildung per Online-Wahlportal“ gibt schon einen genaueren Einblick. Kurz umrissen geht es um die Ergebnisse einer Umfrage unter bayerischen Bürgermeisterkandidaten (Kommunalwahlen 2008) zum Wahlkampf im Internet, speziell per Online-Wahlportal nach dem Modell der Passauer Neuen Presse. Auch „alte“ und „neue“ Wahlkampfmethoden wurden dabei untersucht und mit dem Internetwahlkampf verglichen. Wer sich also für Online-Wahlkampf und/oder Regionalwahlen interessiert, für den ist die Arbeit, welche im Prinzip Neuland in der Forschung beackert, genau richtig.

Die BA-Arbeit inklusive der ihr zu Grunde liegenden Umfrageergebnisse steht unter der CC-Lizenz BY-NC-SA ( http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/at/ ) zum Download bereit. In Kurzform: Sie dürfen die Arbeit kopieren, verbreiten, verändern solange Sie dies nicht gewerblich machen und solange Sie die Arbeit unter der gleichen oder einer kompatiblen Lizenz weiterverbreiten.

Downloadlink PDF-Datei: http://www.doblmann.de/BA-Arbeit-online.pdf
Downloadlink Komplettarchiv mit Forschungsdaten: http://www.doblmann.de/ba-arbeit.zip

Als ich von der Microsoft-Aktion mit dem 50€-Windows 7 hörte musste ich einfach zuschlagen – wenn auch bei Amazon.co.uk. Warum brauche ich Windows 7? Ich brauche es nicht, wirklich nicht. Ich kann 100% meiner Tätigkeiten unter Linux perfekt erledigen (auch, wenn ich Videoschnitt aus Gründen der Kompatibilität mit Kollegen unter OSX mache). Dennoch dachte ich mir „die 55€ (so viel kostete die UK-Version im Endeffekt mit Versand) sollen hin sein“ und manchmal – beispielsweise beim Telefonsupport, wenn jemand mit Win7 ein Problem hat – ist es ganz nützlich, das Betriebssystem vor einem zu haben.

Genug der Vorrede – Windows 7 ist nun schon eine Woche in der virtuellen Maschine installiert wo es mir prinzipiell recht gut gefällt und ich stelle einen kleinen Vergleich mit dem aktuellsten Ubuntu (meinem Hauptbetriebssystem) an. Man liest ja viele Artikel von Leuten, die Linux-Neueinsteiger sind, ich drehe den Spieß um und schreibe aus der Sicht eines Windows-Neueinsteigers (Win 7 ist ja in vielen Punkten anders als XP, mit Vista hatte ich nie viel zu tun). Wichtig ist auch, dass ich NUR die Bereiche bewerte, die für MICH wichtig sind und die ich auch benutze. Wenn ich in fast alölen Punkten kritisch bin, dann soll das nicht als Schlechtmache gewertet  sondern eben aus meiner persönlichen Nutzersituation heraus gesehen werden.

1.) Preis/Versionen:
Ubuntu hat hier die Nase eindeutig vorne: Es ist kostenlos, frei und in einer Version verfügbar. Es gibt mehrere Varianten (wie Kubuntu, Xubuntu), aber die lassen sich auch über das Internet nachinstallieren. Windows 7 kostet jede Menge Geld – von 70€ für die billigste OEM-Home Premium-Version bis hin zu 300€ für die Ultimate-Edition. Das ist eine Menge Geld dafür, dass man im Prinzip nur ein nacktes Betriebssystem (abgesehen von ein paar Zusatzprogrammen) erhält. Zusätzlich sind die Upgrade-Pfade sehr verschlungen und kompliziert – ich kann etwa kein Vista Home auf Win 7 Professional upgraden…
Fazit: 1 Punkt für Ubuntu

2.) Installation:
Beide Systeme sind wunderbar schnell und einfach installiert. Beide lassen sich nur von der Vorgängerversion sauber upgraden – Punktegleichstand. Linux hat aber einen entscheidenden Pluspunkt: Ich kann bei Ubuntu und anderen Distros von der CD starten und mir ansehen, wie sich das System mit dem Rechner verträgt. Dies als eingeschränkte Funktion wäre auch für Windows 7 sehr schön. Nach der Installation eine Überraschung: Während ich bei Ubuntu jede unterstützte Sprache installieren kann, unterstützt Windows 7 Sprachpakete NUR in der teuersten Ultimate-Fassung. Was für ein Schwachsinn. Gut, diese Gängelung lässt sich mit Tricks umgehen, aber dennoch eine Frechheit – wie ich finde.
Fazit: 1 Punkt für Ubuntu

3.) Ressourcenverbrauch:
Ubuntu 9.10 belegt auf der Festplatte nach der Installation um die 3GB, Windows 7 verschlingt dagegen um die 5GB (exklusive Swap und Co).  Ist nicht viel Unterschied, möchte man meinen. Weit gefehlt, denn während Windows nackt 2GB mehr braucht als Ubuntu inkludiert letzteres bei dieser Größe (fast) alle Treiber für unterstützte Geräte, eine komplette Bürosuite, Grafiksoftware, Internetprogramme und vieles, vieles mehr. Beim benutzen Arbeitsspeicher setzt sich das Bild fort: Während mein Koala fertig konfiguriert und mit vielen installierten und teils im Hintergrund laufenden Programmen nach dem Start etwa 512MB RAM braucht (tendenziell weniger), braucht Windows 7 nach der Installation mehr als 512 MB – als nacktes System, wohlgemerkt. Dies mag für viele Systeme egal sein, bei Netbooks und älteren Maschinen können diese Daten aber zwischen Benutzbarkeit bzw. Unbenutzbarkeit entscheiden.
Fazit: 1 Punkt für Ubuntu

4.) Optik und Oberfläche:
Ich gebe es zu, Windows 7 sieht gut aus, die Oberfläche wirkt durchdacht. Aber auch nur solange ich keine Sonderwünsche jenseits der Themenpacks und 3rd-party-hacks habe. Unter Ubuntu bin ich dagegen frei. Nehme ich Gnome, KDE oder einen anderen Fenstermanager? Welche Skins, welche Iconpacks, welche CompizFusion-Effekte verwende ich? Will ich Panele oder ein Dock wie bei Mac OSX? Alles ist möglich, alles ist einstellbar – wenngleich es auch mit etwas Wissen verbunden ist.
Fazit: Gleichstand, da bei Ubuntu etwas Fachwissen nötig ist, um die Oberfläche grundlegend zu modifizieren

5.) Software und Treiber:
Unter Linux stecke ich ein Gerät an und es funktioniert. Gut, ich muss auf Kompatibilität achten, aber das ist bei Windows 7 nicht grundlegend anders – es gibt genügend Geräte da draußen, für die sich keine Treiber (manchmal nur für 32 und nicht für 64 bit) finden lassen. Druckerinstallation unter Ubuntu? Anstecken, 3 Sekunden warten, eine Mitteilung ploppt auf, dass der Drucker druckbereit ist. Scannen? Scanner anstecken, vorinstalliertes Programm starten, scannen, fertig. So einfach ist es. Windows 7 hat die Treiberinstallation leichter gemacht, die meisten werden automatisch aus dem Internet nachinstalliert. Bei meinem UMTS-Stick und meinem DVB-T Empfänger war dies nicht der Fall, dort war manuelle Treibersuche und -Installation angesagt. Frust inklusive, weil das Modemtool meines Mobilfunkanbieters unter Win7 den Dienst verweigerte. Wenn ich unter Ubuntu Software suche, öffne ich die Paketverwaltung und installiere, was mir gefällt. Es ist mir durchaus klar, dass die Auswahl an (proprietärer) Software unter Windows weitaus höher ist, bis jetzt habe ich unter Ubuntu aber noch für jede Aufgabe die passende freie Software gefunden, was dieses Argument für mich irrelevant macht. Unter Windows 7 heißt es dagegen wieder: CDs und DVDs jonglieren und endlos lange Installationsorgien aufgeblähter Softwareprogramme hinnehmen. Ich werde nie verstehen, warum manche Software unter Windows den 10-fachen (und mehr) Speicherplatz eines sogar höherwertigen Linux-Programmes belegt…
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es unter Ubuntu: Es werden keine neuen Major-Versionen von Programmen als Update herausgegeben. Erscheint eine neue Programmversion (etwa wie es bei OpenOffice 3 der Fall war) ist manuelles installieren angesagt, was unter Linux zuweilen etwas komplizierter ist als unter Windows. Der Punkt zählt für mich als Poweruser allerdings nicht und außerdem kann man als Normaluser ja alle halben Jahre kostenlos auf die neueste Ubuntu-Version upgraden, welche die neuen Programmversionen mitbringt.
Fazit: 1/2 Punkt für Ubuntu

6.) Updates:
Windows Update war schon immer eine komfortable Sache – man bekam die Updates installiert und gleich noch unerwünschte Software ohne Zutun des Users untergeschoben. Zudem musste ich früher unter Windows stets auf der Hut sein, wenn für irgendwelche Programme Sicherheitsupdates herauskamen – die hieß es manuell herunterzuladen und zu installieren. Unter Ubuntu brauche ich mich darum nicht zu kümmern – die Paketverwaltung hält mein System und meine Software stets auf dem aktuellsten Sicherheitsstand (selbst übersetzte Software ausgenommen, aber das ist ohnehin klar).
Fazit: 1 Punkt für Ubuntu

7.) Wartung/Fernwartung:
Der größte Pluspunkt von Linux ist der Kernel auf den alles aufgesetzt wird. Funktioniert die grafische Oberfläce nicht, kann ich immer noch in die Shell booten und das System von dort aus wiederherstellen. Das geht unter Windows nicht, denn die Konsole dort ist – aus Powerusersicht -  lachhaft. Fernwartung unter Windows? Funktioniert mit anderen Windows-Rechnern gut. Unter Ubuntu habe ich aber eine nach dem offenen VNC-Standard operierende Fernwartung, die unter allen Betriebssystemen geht. Noch viel wichtiger ist für mich aber SSH – der Remote-Login in die Konsole und sichere Remote-Dateitransfer, auch vom Handy aus(!). Solange dies unter Windows nicht überall und nach offenen Standards funktioniert (bitte korrigiert mich jemand, sollte es ein Äquivalent unter Windows geben) kann ich Windows nicht als Primärsystem nutzen. Wie machen die Windows-Admins das nur?
Fazit: 1 Punkt für Ubuntu

Fazit:
Dies waren meine wichtigsten Vergleichspunkte. Zugegeben, nach diesen Punkten gesehen sieht Windows 7 ziemlich schlecht aus, was an meinen spezifischen Anforderungen an ein Betriebssystem liegt – und auch an Erwartungen, die nach zwei Jahren als Linux-Nutzer entstehen. Generell muss ich sagen, dass Windows 7 ein sehr guter Wurf geworden ist, es ist flink, stabil und benutzerfreundlich. Technisch gesehen ist es Linux stellenweise in grundlegenden Funktionen aber unterlegen und die Preis- und Produktpolitik von Microsoft stößt mir ohnehin sauer auf. Ich gebe auch zu, dass Linux nicht für alle Personen (beispielsweise PC-Spieler) perfekt ist und durchaus seine Schwachstellen und Unzulänglichkeiten im Userspace-Bereich hat. Mir ist es aber wichtig, dass der Einzelne die WAHL hat, welches System er nach seinen persönlichen Anforderungen einsetzt – egal, ob er sich für Linux, MacOSX, BSD oder das Redmonder System entscheidet. Wenn ich mir die PC-Reihen in den Märkten aber so ansehe, dann bemerke ich, dass der 08/15-User diese Wahl eben nicht hat und das stimmt mich ärgerlich.

Ich bin zwar nicht im Mostviertel daheim, aber auch bei uns im Innviertel ist der Most das traditionelle alkoholische Getränk. Leider wird auch der Most immer mehr durch industriell gefertigte alkoholische Getränke ersetzt, da sich immer weniger Bauern die Arbeit machen, die Mostbirnen und -Äpfel zu pressen. Heuer gibt es – nachdem ich wieder einen Bauern fand, von dem ich 1A frisch gepressten Saft beziehen kann – in unserer Familie nach einem Jahr Pause wieder ein Mostfass im Keller. Es sind zwar nur 40 Liter, aber das reicht für uns allemal.

Nach der Zugabe von Hefenährsalz und Reinzuchthefe lagert das Fass nun im Keller – um Weihnachten herum ist der (hoffentlich auch diesmal wieder) köstliche Most fertig – schmeckt auch als Glühmost spitze!

Most

Wie im vorherigen Beitrag angekündigt, hier meine erste Tasting-Notiz. Mein Punktesystem, bei dem ein Malt eine Höchstnote von 20 erreichen kann, habe ich von der Seite www.whisky-distilleries.info übernommen, da mir das 100er-System für mich persönlich als zu fein nuanciert erscheint. Ich will meine getesteten Malts nicht nach allerallerfeinsten Geschmacksnuancen unterscheiden, mir reicht eine gröbere Charakterisierung für eine schnelle und leicht erkennbare Einteilung. Außerdem: Ich achte auf Vergleichbarkeit – mein Ergebnis x4 gerechnet ergibt eine Note, die zum System der MaltManiacs kompatibel ist. Das adaptierte Punktesystem, übernommen von den Maltmaniacs:

(18 points & more) The sky is the limit! The most amazing malts money can buy; absolutely legendary ‘Aqua Vitae’.
(17 points) Highly recommendable. This is the good stuff we crave, (almost) universally loved and appreciated.
(16 points) Recommendable – plain & simple. You really can’t go wrong with these whiskies. Satisfaction guaranteed.
(15 points) Better than average, but not something worth hunting down. There are better single malts available.
(14 points) Below average, but not something that should be actively avoided either. Could do better, though.
(Below 14 points) Hold it! A score of 12 or even lower is reason for extreme caution. it means: downright avoidable

Nun aber auf zum ersten Tasting:

Bruichladdich Octomore 2_140 62,5%Vol.

Nase:
Extremer Rauch schlägt einem förmlich ins Gesicht, dazu Alkohol, Pfeffer und Schokolade. Mit etwas Wasser gesellen sich Toffee, Rosinen und reife Banane dazu. Dennoch dominiert der Rauch – was in diesem Fall ein gewolltes Feature ist.

Geschmack:
Wiederum Rauch, leichte medizinische Töne, etwas Salz, dazu Gräser und eine verblüffende (honigartige?) Süße

Abgang:
Warm, ölig, rauchig – der Rauch übertüncht im Abgang fast alles und er scheint ewig zu halten. Nichts desto trotz relativ komplex.

Kommentar:
Ein sehr, sehr rauchiger Malt, bei dem trotz aller Rauchigkeit noch andere, wunderbar harmonische Komponenten durchkommen. Trotz des Alkoholgehaltes und der vielen Phenole bleibt der Whisky warm und rund. Dieser Spirit teilt die Lager – entweder man hasst ihn, oder man liebt ihn. Ich gehöre zur letzteren Kategorie.

Note:
Verdiente 19/20 (vielleicht eine Spur darunter aber mehr bei 19 als bei 18)

Dem häufigen Leser meines Blogs wird es aufgefallen sein: Meine Beiträge zur Nassrasur in den letzten Monaten sind sehr, sehr spärlich geworden. Woran liegt das? Das liegt daran, dass sich bei mir eine Art „Egalität“ bis hin zur Ernüchterung eingestellt hat. Ich habe viele Rasiermesser und noch viel, viel mehr „Software“, also Rasiercremes, -Seifen, Aftershaves und Co angesammelt. Meine Regale sind übervoll mit Zeug. Ich sehe irgendwie keinen Grund mehr, weiterhin eine Sammlungsvergrößerung anzustreben – eher im Gegenteil, ich möchte reduzieren, kann mich aber sehr schwer von vielen Stücken trennen, da in meiner Sammlung ohnehin nur mehr die Sachen übrig geblieben sind, die ich für wirklich gut befunden habe. Aktiv suche ich nichts neues mehr, deshalb kaufe ich mir auch keine Messer mehr zur Restauration und die derzeitige Wirtschaftskrise mit den Auswirkungen auf die Menschen hat sich auch in meinen Schärfaufträgen niedergeschlagen.

Darüber hinaus haben sich bei mir zwei neue Hobbies hinzugesellt – oder, besser gesagt, zwei alte Hobbies sind neu aufgeflammt: Eines ist die (Auftrags-)Filmerei, bei der im Gegensatz zum Rasurzeugsammeln Geld reinkommt und nicht rausgeht und ein anderes sind Single Malt Whiskies. Ich war schon immer (seit ich 18 geworden bin) ein Liebhaber des schottischen Lebenswassers aber in den letzten Monaten ist meine Sammlung (ich sammle aber nur, was ich trinke, ich spekuliere nicht auf Wertsteigerungen wie manch andere) förmlich explodiert. Aus dem Grund wird es hier im Blog in Zukunft auch vermehrt Tasting-Notizen zu verkosteten Tröpfchen geben. Wenn sich auf dem Gebiet der Nassrasur Neues ergibt, so werde ich auch darüber schreiben, aber, wie gesagt, in dem Bereich ist es bei mir (momentan) sehr ruhig.

Nachdem ich zwei Jahre lang wunderbar mit meinem Farblaser ausgekommen bin (keine Angst, der kommt nicht weg!), habe ich mir vor einem Monat zusätzlich einen neuen Tintenpatzer gekauft – um DVDs für Auftragsfilmarbeiten direkt durcken zu können und eine höhere Coverqualität zu erreichen. Nach den guten Erfahrungen von Kollegen wurde es ein Canon PIXMA – genauer gesagt der iP4600, weil der 4500er nirgendwo mehr aufzustöbern war. Dass der Linux-Treiber von Canon Schrott ist (nur Ausdrucke bis 600dpi…) und die freien Treiber nicht viel weiter sind, wusste ich schon vorher und darum habe ich mir dazu noch Turboprint 2 zugelegt – ein Treiber(system), das zwar etwas kostet, aber viel mehr Funktionen bietet als der Canon-Originaltreiber für OSX oder das Betriebssystem mit den Fenstern. Doch was musste ich feststellen? Der Drucker säuft wie ein Seemann den Whisky! Bei JEDEM EINSCHALTEN reinigt das blöde Drecksding DREI MINUTEN!!!! und pustet natürlich sehr viel Tinte unbenutzt in die Schwämme. Davon war in den (von Canon bezahlten???) Testberichten in einschlägigen FACHPUBLIKATIONEN(!!!) keine Rede! Nur mit genauer Stichwortsuche nach dieser unverschämten Frechheit finden sich im Internet Hinweise von verärgerten Kunden auf dieses Verhalten.

Also schrieb ich den Canon-Kundendienst zwei getrennte E-Mails. In einem fragte ich, was diese unverschämte Tintenverschwendung soll und ob man die abdrehen kann (natürlich nett formuliert) und im anderen fragte ich, wann denn bessere offizielle Linux-Treiber kommen würden.

Auf die Anfrage nach der Tintenverschwendung bekam ich die kurze Antwort, das Gerät sei wohl defekt und ich solle es einsenden. Hmmm… wenn hunderte Nutzer von diesem Durst berichten, dann wird das Gerät defekt sein, gaaaaaaaaaanz sicher! Halt: Ja, doch, es ist defekt – defective by design!

Auf die  zweite Frage – nach den Linux-Treibern – hielten sie es bis jetzt nicht nötig zu antworten. Das nenne ich grandiosen Kundenservice!

Ich bin ein konsequenter Mensch und darum werde ich die Firma Canon in Zukunft meiden wie der Teufel das Weihwasser. Ich stecke ihnen kein Geld zu, ich werde für dieses saufende Drucker-Monstrum nur Nachfüllpatronen kaufen und es wird mir kein neues Canon-Gerät mehr ins Haus kommen. Ich habe viel von Canon gekauft ([Digital-]Spiegelreflex, Blitzgeräte, Objektive) und Canon oft empfohlen, aber nach dieser Frechheit – Canon versucht durch unverhältnismäßigen Tintenverbrauch mir das Geld aus der Tasche zu ziehen – ist damit schlagartig Schluss. Die können sich ihr Zeug in Zukunft da hineinschieben, wo die Sonne nur am Nudistenstrand hinscheint…

Die Geschichte ist nun schon ein gutes Monat alt, dennoch möchte ich sie noch erzählen: Vor etwa drei Jahren kauften meine Eltern beim Hofer (Aldi für die Leser aus Deutschland) einen Medion-Rechner, da dieser für ihre Zwecke ausreichend war. Da die Maschine auch von meinen Brüdern als Spielerechner mitbenutzt wurde, sammelte sich mit der Zeit viel Dreck darauf an und es wurde Zeit für eine Neuinstallation. Diese Chance nutzte ich dafür, um als Hauptsystem Linux aufzusetzen, als Zweitsystem sollte WinXP drauf – für die Spiele meiner Brüder. Da eine Recovery-CD beilag, welche das auf einer versteckten Partition enthaltene Image wiederherstellen sollte, startete ich den Rechner einfach von der beiliegenden Windows-Recovery-CD, da Windows immer vor Linux installiert werden sollte. Zu meinem Erstaunen war von Recovery aber weit und breit nichts zu sehen – es startete die stinknormale Windows-Installationsroutine, wie man sie eben kennt. CD-Code-Eingabe war nicht erforderlich, schwuppdiwupp war Windows drauf – jungfräulich. Einerseits finde ich das eine eklatante Schlamperei seitens Medion, wenn das vorhandene Recovery-Backup nicht mehr zurückgespielt werden kann – so etwas darf einfach nicht passieren! Andererseits freue ich mich, denn auf diese Art und Weise hatte ich eben ein jungfräuliches und kein von Trial- und Spamware von Haus aus verseuchtes System, das nach dem Aufsetzen erst bereinigt werden muss.

Die letzten Wochen waren für mich sehr spannend – neben Arbeit, Filmerei und ein bisschen Freizeit entschied ich mich, bei den Gemeinderatswahlen im Herbst in meiner Heimatgemeinde – wenn auch auf einem hinteren Listenplatz – zu kandidieren. „Für welche Partei?“ werdet ihr euch fragen. Nunja, viel Auswahl gibt es da ja nicht – die Blauen kommen nicht in Frage, die Roten auch nicht. Was bleibt übrig (grüne Ortspartei gibt es nicht)? Richtig, die ÖVP, denn diese Partei hat im Ort seit Jahrzehnten viel bewegt. In den letzten Wochen gab es schwere Turbulenzen, verursacht von einem Noch-Bürgermeister, der immer beteuerte, seinen Platz für einen neuen Kandidaten frei zu machen, um dann im entscheidenden Moment aber umzuschwenken und mit seinen unwahren Behauptungen sich und der Partei massiv zu schaden. Aus diesen Turbulenzen heraus wuchs eine runderneuerte, personell völlig neu aufgestellte, jüngere und dynamischere Ortspartei die, wie ich mir sicher bin, Münzkirchens Zukunft sehr positiv gestalten werden wird. Als Teil des Redaktionsteams werde ich jedenfalls meinen Beitrag dazu leisten, dass wir in der kommenden Wahl und in den 6 Jahren danach erfolgreich sein werden.

Mancher Leser wird sich noch an meine Beiträge hier und hier erinnern, in denen ich die oberösterreichischen Parteien wegen ihres Initiativantrages zur Errichtung von Internetsperren in Österreich scharf kritisiert habe. Warum also mein Schwenk zurück? Einerseits, weil ich mich auf Ortsebene engagiere und etwas bewegen sowie die Zukunft meiner Gemeinde mitgestalten möchte – weitgehend losgelöst von der Politik auf Landes- oder Bundesebene. Andererseits aber auch, weil ich mir denke, dass es einfach ist, nur zu lästern, aber es viel zielführender ist, aktiv etwas zu tun. Wenn man nun die Chance bekommt, selber mitzuwirken, durch gute Kontakte auf Landesebene auch zu Themen wie den Internetsperren seine Bedenken vorbringen kann, dann ist das wesentlich mehr wert als nur daheim zu sitzen und wie der Spatz vom Dach zu schimpfen.

Vor einem Monat erfolgte der letzte Blogeintrag – bin ich etwa faul oder nachlässig? Nein, ich habe einfach nur  viel zu tun. Doch was mache ich die ganze Zeit? Wenn ich nicht gerade arbeite (ich bin zur Überbrückung bis zum Masterstudium bei einer Druckerei in Ried im Innkreis in der Druckvorstufe tätig), dann werde ich daheim gebraucht, moderiere in einigen Internetforen oder übe gerade eine Tätigkeit aus, die mit Film und/oder Schnitt zu tun hat. Jawohl, Videoschnitt! In den letzten Monaten habe ich an ein paar Projekten bei einem Filmteam mitgearbeitet und eine dritte Kamera eingebracht, was in vielen Fällen beim Schnitt eine wesentliche Erleichterung gegenüber nur zwei Kameras bringt. Über diese Tätigkeiten habe ich meine Lust am Filmen und Schneiden wiederentdeckt und werde auch in Zukunft mit den beiden Herren zusammen Projekte machen.

So kommt es nun, dass ich – durch meine Arbeit mit frischem Bargeld ausgestattet – meine alte Ausrüstung von Grund auf modernisiere. Statt der alten Sony TRV-110E Digital8-Kamera habe ich mir nun eine Panasonic NV-GS330E zugelegt, das alte Bilora-Stativ wird durch ein Velbon DV-7000 mit Fluidkopf ersetzt, dazu kommen Videoleuchte, Akkus und sonstiges Zubehör. Damit bin ich für die kommenden Jahre gerüstet.

Höre ich jemanden „Warum nicht HD“ sagen? Die Antwort ist ganz klar: Weil die Kamerahersteller den ambitionierten Amateurmarkt sträflich ignorieren – unter 1500€ ist keine brauchbare HD-Kamera (Brauchbar meint: 3-CCD- Sensor mit ordentlicher Auflösung ohne Interpolation, Sucher zusätzlich zum Bildschirm, Speicherformat mit akzeptablem Workflow…) zu bekommen.  Außerdem ist mir das DV-Format in der Hinsicht sehr angenehm, als der Workflow beim Schnitt sehr einfach und ausgereift ist und die Kassetten ein ideales Archivformat darstellen – zumindest idealer als Mini-DVDs, gebrannte DVDs, Speichersticks/-Karten oder ein Regal voller Festplatten.

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