Wie ich soeben über heise erfuhr gibt es vom BMVIT aus eine Möglichkeit zum neuen Generalüberwachungsgesetzesentwurf Kommentare abzugeben.

Diese Möglichkeit sollte wirklich JEDER nutzen um die scheinbar komplett den gesunden Hausverstand verlierende Obrigkeit darauf aufmerksam zu machen, dass es uns Österreichern NICHT egal ist, wenn all unsere Kommunikationsdaten penibel überwacht werden. Was ist, wenn Teile dieser Datensätze an die Öffentlichkeit gelangen werden – und das werden sie mit der Zeit, allen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz? Wollen wir wirklich, dass Kriminelle sich möglicherweise Zugang zu unseren intimsten Daten verschaffen können – von unserer Regierung durchd ie Gesetzgebung begünstigt und gesponsort?

Nachstehend meine Stellungnahme zum Thema:

Der 1950 verstorbene George Orwell hätte seine Freude daran zu sehen,
dass seine in der Dystopie „1984″ entworfene Überwachung in der Realität
noch viel ausgeprägter umgesetzt werden wird.

Es ist für mich als Bürger bedrückend und beschämend in einem Staat zu
wohnen, der mich unter Generalverdacht stellt und ab 2010 meinen
Internet- und Telefonverkehr – und damit teile meiner intimsten
Privatsphäre – peinlichst genau mitprotokollieren lassen will.

Getoppt werden kann diese Überwachungswut nur mehr dadurch, dass jedem
Bürger ein GPS-Chip mit 24/7 Audio- und Videoüberwachung unter die Haut
implantiert wird. Klingt utopisch? Das war die Vorratsdatenspeicherung
vor 10 Jahren auch noch…

Die Datenskandale in letzter Zeit haben eines gezeigt: Nichts ist sicher
- auch bei der Vorratsdatenspeicherung wird es nur eine Frage der Zeit
sein, bis Überwachungsprotokolle an die Öffentlichkeit geraten – mit
immensen und irreparablen Folgen für die betroffenen Menschen.

Mir ist klar, dass in Österreich versucht wird, die EU-Richtlinie auf
niedrigst möglichem Niveau umzusetzen. Unverständlich ist mir aber,
warum die österreichische Regierung ihren Widerstand gegen die EU
einfach so und ohne Gerichtsprozess aufgegeben hat. Es hätte durchaus
noch Optionen gegeben, diese Richtlinie aufzuhalten – da diese nicht
ausgenutzt wurden schließe ich daraus, dass auch die österreichische
Bundesregierung mehr als nur „geil“ darauf ist, möglichst viele private
und sensitive Daten über einen möglichst großen Teil der Bevölkerung zu
sammeln.

Der Tag an dem dieses Gesetz in Kraft treten wird, wird der bisher
schwärzeste Tag für die Bürgerrechte und die Freiheit des Menschen in
unserem Land seit dem 13. März 1938 sein.

Wollen wir es WIRKLICH so weit kommen lassen?

Drei Jahre konnten wir Österreicher uns erfolgreich vor diesem EU-Unding, das jeden Bürger automatisch unter Generalverdacht stellt, wehren. Jetzt aber hat die neue Regierung beschlossen: Ab 2010 sollen alle aufgerufenen Internetseiten, alle Sender- und Empfängeradressen im E-Mailverkehr, telefonische Kommunikations- und Bewegungsdaten (und mehr?) gespeichert werden. Der gläserne Bürger – Version 2.0 – ist damit ins Leben gerufen.

Ich überlege gerade Methoden, wie ich mich dagegen wehren kann. Wahrscheinlich werde ich mein Mobiltelefon ausschalten und nur zum Telefonieren verwenden, damit sind die Überwachungsdaten der modernen elektronischen Fußfessel Bewegungsdaten schon mal sehr eingeschränkt. Wer mich telefonisch erreichen will, der wird das in Zukunft übers Festnetz machen müssen. Was das Internet anbelangt bin ich in einer glücklichen Lage bei einem kleinen, regionalen Anbieter zu sein. Ich hoffe sehr, dass es hier Ausnahmeregelungen nach deutschem Vorbild geben wird. Ansonsten werde ich mir einen Offshore-Server in einem Land mieten, das in der Hinsicht keine Gesetze kennt und meinen Traffic mittels VPN darüber routen – E-Mail-Server inklusive.

Ich habe nichts zu verbergen, aber ich habe etwas dagegen, von der Regierung unter Generalverdacht gestellt zu werden, sodass sie 6 Monate lang alle Kommunikationsdaten von mir speichern müssen. Diese Daten sind privat und gehen die Obrigkeit einen feuchten Scheißdreck an. Ja, ich bin hier sehr deutlich und explizit – die Politiker in Wien sind es mit der rigorosen Umsetzung hirnloser EU-Richtlinien ja auch.

Weiterführende Lektüre zur Situation in Deutschland: http://www.heise.de/security/meldung/CCC-Vorratsdatenspeicherung-bringt-unkontrollierbare-ueberwachung-7263.html

Ich könnte mich in den Arsch beißen- gerade weil ich mich im Straßenverkehr immer korrekt verhalte, Geschwindigkeitsgrenzen einhalte und nie wissentlich falsch parke. Soeben kam mein Vater rein, er hat in der Motorhaube ein entflogenes Knöllchen in meinem Auto entdeckt. 25€ soll ich zahlen, dabei hab’ ich doch gar nicht falsch geparkt. Dachte ich. Das Datum ergab: Die Tat soll letzten Samstag erfolgt sein. Da stand ich doch den ganzen Tag in einer 2-Stunden-Zone die als „an Werktagen“ ausgeschrieben war. Was soll da falsch dran sein? Ein Anruf beim Verkehrsüberwachungsdienst ergab: Samstag wird als Werktag gezählt(!) Für mich fiel das bisher immer unter Wochenende – zumindest bei uns in Österreich ist das meines Wissens nach so. Da bin ich wohl Opfer eines (kulturellen?) Missverständnisses geworden.

Entschuldigt mich, ich gehe mal das Passauer Finanzloch mit 25€ aufbessern…

„Wie merkt man, dass auf einem Rechner Windows installiert ist?

Die Schrift auf dem Resetknopf ist unlesbar geworden“

An genau diesen Witz fühle ich mich soeben erinnert. Ich sitze seit einer Stunde im PC-Pool der Uni und der Rechner neben mir hängt an der Login-Maske. Im 5-Minuten-Takt kommen die Leute und versuchen – vergeblich – sich einzuloggen. Sie klopfen auf die Tastatur, fahren hektisch mit der Maus hin und her, fluchen und schimpfen. Gerade geht die nächste Dame nach erfolglosem Versuch weg. Warum kommt niemand auf die Idee, den Reset-Knopf zu drücken? Das wäre zumindest meine instinktive Reaktion – frei nach oben zitiertem Witz.

//Update: Eine Minute nach Veröffentlichung dieses Beitrages hat nun endlich einer (der 20. oder so) den Resetknopf gedrückt. Ist wohl Informatikstudent. Oder einer, bei dem die Reset-Knopf-Schrift beim Heimrechner auch nicht mehr lesbar ist…

Obige Reportage entstand zusammen mit meinen Kollegen Corinna Ballweg, Valentin Brandes und Kathinka Herdtweck während der Passauer Medientage im dreitägigen Workshop „Crossmediales Fernsehen.“ Unter der Leitung von Thomas Kießling und Andreas Bachmann (Bayerisches Fernsehen) mit Team erlernten die teilnehmenden Studenten viel Praxiswissen im Bereich Konzeptionierung eines Beitrages, Kamera, Schnitt, Vertonung sowie Einbindung der Beiträge in eine Homepage. Auch ich konnte viele neue Impulse in den Bereichen Kamera und Schnitt (wofür ich bei obiger Reportage hauptsächlich zuständig war) aus dem exzellenten Seminar mit den hochmotivierten Trainern, die allesamt über langjährige Praxiserfahrung verfügen, mitnehmen. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an die Veranstalter, die Trainer, an Valentin und ganz besonders an meine bedaubernden Kolleginnen Corinna und Kathi für die tollen Tage!

Gut ein Jahr ist nun schon vergangen seit ich mit den Vorbereitungen zu meiner BA-Abschlussarbeit an der Universität Passau begann. Vor etwa zwei Monaten erreichte mich die Beurteilung (eine 2,3 falls es jemanden interessieren sollte) und nun stelle ich die Arbeit der Allgemeinheit zur Verfügung. Irgendwann werde ich sie nochmals überarbeiten und das Feedback der Bewertung einfließen lassen, momentan fehlt mir dazu aber die Zeit.

Doch warum geht es? Der genaue Titel „Kommunalwahlkampf im Internet – Einstellungen bayerischer Bürgermeisterkandidaten zur politischen Willensbildung per Online-Wahlportal“ gibt schon einen genaueren Einblick. Kurz umrissen geht es um die Ergebnisse einer Umfrage unter bayerischen Bürgermeisterkandidaten (Kommunalwahlen 2008) zum Wahlkampf im Internet, speziell per Online-Wahlportal nach dem Modell der Passauer Neuen Presse. Auch „alte“ und „neue“ Wahlkampfmethoden wurden dabei untersucht und mit dem Internetwahlkampf verglichen. Wer sich also für Online-Wahlkampf und/oder Regionalwahlen interessiert, für den ist die Arbeit, welche im Prinzip Neuland in der Forschung beackert, genau richtig.

Die BA-Arbeit inklusive der ihr zu Grunde liegenden Umfrageergebnisse steht unter der CC-Lizenz BY-NC-SA ( http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/at/ ) zum Download bereit. In Kurzform: Sie dürfen die Arbeit kopieren, verbreiten, verändern solange Sie dies nicht gewerblich machen und solange Sie die Arbeit unter der gleichen oder einer kompatiblen Lizenz weiterverbreiten.

Downloadlink PDF-Datei: http://www.doblmann.de/BA-Arbeit-online.pdf
Downloadlink Komplettarchiv mit Forschungsdaten: http://www.doblmann.de/ba-arbeit.zip

Als ich von der Microsoft-Aktion mit dem 50€-Windows 7 hörte musste ich einfach zuschlagen – wenn auch bei Amazon.co.uk. Warum brauche ich Windows 7? Ich brauche es nicht, wirklich nicht. Ich kann 100% meiner Tätigkeiten unter Linux perfekt erledigen (auch, wenn ich Videoschnitt aus Gründen der Kompatibilität mit Kollegen unter OSX mache). Dennoch dachte ich mir „die 55€ (so viel kostete die UK-Version im Endeffekt mit Versand) sollen hin sein“ und manchmal – beispielsweise beim Telefonsupport, wenn jemand mit Win7 ein Problem hat – ist es ganz nützlich, das Betriebssystem vor einem zu haben.

Genug der Vorrede – Windows 7 ist nun schon eine Woche in der virtuellen Maschine installiert wo es mir prinzipiell recht gut gefällt und ich stelle einen kleinen Vergleich mit dem aktuellsten Ubuntu (meinem Hauptbetriebssystem) an. Man liest ja viele Artikel von Leuten, die Linux-Neueinsteiger sind, ich drehe den Spieß um und schreibe aus der Sicht eines Windows-Neueinsteigers (Win 7 ist ja in vielen Punkten anders als XP, mit Vista hatte ich nie viel zu tun). Wichtig ist auch, dass ich NUR die Bereiche bewerte, die für MICH wichtig sind und die ich auch benutze. Wenn ich in fast alölen Punkten kritisch bin, dann soll das nicht als Schlechtmache gewertet  sondern eben aus meiner persönlichen Nutzersituation heraus gesehen werden.

1.) Preis/Versionen:
Ubuntu hat hier die Nase eindeutig vorne: Es ist kostenlos, frei und in einer Version verfügbar. Es gibt mehrere Varianten (wie Kubuntu, Xubuntu), aber die lassen sich auch über das Internet nachinstallieren. Windows 7 kostet jede Menge Geld – von 70€ für die billigste OEM-Home Premium-Version bis hin zu 300€ für die Ultimate-Edition. Das ist eine Menge Geld dafür, dass man im Prinzip nur ein nacktes Betriebssystem (abgesehen von ein paar Zusatzprogrammen) erhält. Zusätzlich sind die Upgrade-Pfade sehr verschlungen und kompliziert – ich kann etwa kein Vista Home auf Win 7 Professional upgraden…
Fazit: 1 Punkt für Ubuntu

2.) Installation:
Beide Systeme sind wunderbar schnell und einfach installiert. Beide lassen sich nur von der Vorgängerversion sauber upgraden – Punktegleichstand. Linux hat aber einen entscheidenden Pluspunkt: Ich kann bei Ubuntu und anderen Distros von der CD starten und mir ansehen, wie sich das System mit dem Rechner verträgt. Dies als eingeschränkte Funktion wäre auch für Windows 7 sehr schön. Nach der Installation eine Überraschung: Während ich bei Ubuntu jede unterstützte Sprache installieren kann, unterstützt Windows 7 Sprachpakete NUR in der teuersten Ultimate-Fassung. Was für ein Schwachsinn. Gut, diese Gängelung lässt sich mit Tricks umgehen, aber dennoch eine Frechheit – wie ich finde.
Fazit: 1 Punkt für Ubuntu

3.) Ressourcenverbrauch:
Ubuntu 9.10 belegt auf der Festplatte nach der Installation um die 3GB, Windows 7 verschlingt dagegen um die 5GB (exklusive Swap und Co).  Ist nicht viel Unterschied, möchte man meinen. Weit gefehlt, denn während Windows nackt 2GB mehr braucht als Ubuntu inkludiert letzteres bei dieser Größe (fast) alle Treiber für unterstützte Geräte, eine komplette Bürosuite, Grafiksoftware, Internetprogramme und vieles, vieles mehr. Beim benutzen Arbeitsspeicher setzt sich das Bild fort: Während mein Koala fertig konfiguriert und mit vielen installierten und teils im Hintergrund laufenden Programmen nach dem Start etwa 512MB RAM braucht (tendenziell weniger), braucht Windows 7 nach der Installation mehr als 512 MB – als nacktes System, wohlgemerkt. Dies mag für viele Systeme egal sein, bei Netbooks und älteren Maschinen können diese Daten aber zwischen Benutzbarkeit bzw. Unbenutzbarkeit entscheiden.
Fazit: 1 Punkt für Ubuntu

4.) Optik und Oberfläche:
Ich gebe es zu, Windows 7 sieht gut aus, die Oberfläche wirkt durchdacht. Aber auch nur solange ich keine Sonderwünsche jenseits der Themenpacks und 3rd-party-hacks habe. Unter Ubuntu bin ich dagegen frei. Nehme ich Gnome, KDE oder einen anderen Fenstermanager? Welche Skins, welche Iconpacks, welche CompizFusion-Effekte verwende ich? Will ich Panele oder ein Dock wie bei Mac OSX? Alles ist möglich, alles ist einstellbar – wenngleich es auch mit etwas Wissen verbunden ist.
Fazit: Gleichstand, da bei Ubuntu etwas Fachwissen nötig ist, um die Oberfläche grundlegend zu modifizieren

5.) Software und Treiber:
Unter Linux stecke ich ein Gerät an und es funktioniert. Gut, ich muss auf Kompatibilität achten, aber das ist bei Windows 7 nicht grundlegend anders – es gibt genügend Geräte da draußen, für die sich keine Treiber (manchmal nur für 32 und nicht für 64 bit) finden lassen. Druckerinstallation unter Ubuntu? Anstecken, 3 Sekunden warten, eine Mitteilung ploppt auf, dass der Drucker druckbereit ist. Scannen? Scanner anstecken, vorinstalliertes Programm starten, scannen, fertig. So einfach ist es. Windows 7 hat die Treiberinstallation leichter gemacht, die meisten werden automatisch aus dem Internet nachinstalliert. Bei meinem UMTS-Stick und meinem DVB-T Empfänger war dies nicht der Fall, dort war manuelle Treibersuche und -Installation angesagt. Frust inklusive, weil das Modemtool meines Mobilfunkanbieters unter Win7 den Dienst verweigerte. Wenn ich unter Ubuntu Software suche, öffne ich die Paketverwaltung und installiere, was mir gefällt. Es ist mir durchaus klar, dass die Auswahl an (proprietärer) Software unter Windows weitaus höher ist, bis jetzt habe ich unter Ubuntu aber noch für jede Aufgabe die passende freie Software gefunden, was dieses Argument für mich irrelevant macht. Unter Windows 7 heißt es dagegen wieder: CDs und DVDs jonglieren und endlos lange Installationsorgien aufgeblähter Softwareprogramme hinnehmen. Ich werde nie verstehen, warum manche Software unter Windows den 10-fachen (und mehr) Speicherplatz eines sogar höherwertigen Linux-Programmes belegt…
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es unter Ubuntu: Es werden keine neuen Major-Versionen von Programmen als Update herausgegeben. Erscheint eine neue Programmversion (etwa wie es bei OpenOffice 3 der Fall war) ist manuelles installieren angesagt, was unter Linux zuweilen etwas komplizierter ist als unter Windows. Der Punkt zählt für mich als Poweruser allerdings nicht und außerdem kann man als Normaluser ja alle halben Jahre kostenlos auf die neueste Ubuntu-Version upgraden, welche die neuen Programmversionen mitbringt.
Fazit: 1/2 Punkt für Ubuntu

6.) Updates:
Windows Update war schon immer eine komfortable Sache – man bekam die Updates installiert und gleich noch unerwünschte Software ohne Zutun des Users untergeschoben. Zudem musste ich früher unter Windows stets auf der Hut sein, wenn für irgendwelche Programme Sicherheitsupdates herauskamen – die hieß es manuell herunterzuladen und zu installieren. Unter Ubuntu brauche ich mich darum nicht zu kümmern – die Paketverwaltung hält mein System und meine Software stets auf dem aktuellsten Sicherheitsstand (selbst übersetzte Software ausgenommen, aber das ist ohnehin klar).
Fazit: 1 Punkt für Ubuntu

7.) Wartung/Fernwartung:
Der größte Pluspunkt von Linux ist der Kernel auf den alles aufgesetzt wird. Funktioniert die grafische Oberfläce nicht, kann ich immer noch in die Shell booten und das System von dort aus wiederherstellen. Das geht unter Windows nicht, denn die Konsole dort ist – aus Powerusersicht -  lachhaft. Fernwartung unter Windows? Funktioniert mit anderen Windows-Rechnern gut. Unter Ubuntu habe ich aber eine nach dem offenen VNC-Standard operierende Fernwartung, die unter allen Betriebssystemen geht. Noch viel wichtiger ist für mich aber SSH – der Remote-Login in die Konsole und sichere Remote-Dateitransfer, auch vom Handy aus(!). Solange dies unter Windows nicht überall und nach offenen Standards funktioniert (bitte korrigiert mich jemand, sollte es ein Äquivalent unter Windows geben) kann ich Windows nicht als Primärsystem nutzen. Wie machen die Windows-Admins das nur?
Fazit: 1 Punkt für Ubuntu

Fazit:
Dies waren meine wichtigsten Vergleichspunkte. Zugegeben, nach diesen Punkten gesehen sieht Windows 7 ziemlich schlecht aus, was an meinen spezifischen Anforderungen an ein Betriebssystem liegt – und auch an Erwartungen, die nach zwei Jahren als Linux-Nutzer entstehen. Generell muss ich sagen, dass Windows 7 ein sehr guter Wurf geworden ist, es ist flink, stabil und benutzerfreundlich. Technisch gesehen ist es Linux stellenweise in grundlegenden Funktionen aber unterlegen und die Preis- und Produktpolitik von Microsoft stößt mir ohnehin sauer auf. Ich gebe auch zu, dass Linux nicht für alle Personen (beispielsweise PC-Spieler) perfekt ist und durchaus seine Schwachstellen und Unzulänglichkeiten im Userspace-Bereich hat. Mir ist es aber wichtig, dass der Einzelne die WAHL hat, welches System er nach seinen persönlichen Anforderungen einsetzt – egal, ob er sich für Linux, MacOSX, BSD oder das Redmonder System entscheidet. Wenn ich mir die PC-Reihen in den Märkten aber so ansehe, dann bemerke ich, dass der 08/15-User diese Wahl eben nicht hat und das stimmt mich ärgerlich.

Ich bin zwar nicht im Mostviertel daheim, aber auch bei uns im Innviertel ist der Most das traditionelle alkoholische Getränk. Leider wird auch der Most immer mehr durch industriell gefertigte alkoholische Getränke ersetzt, da sich immer weniger Bauern die Arbeit machen, die Mostbirnen und -Äpfel zu pressen. Heuer gibt es – nachdem ich wieder einen Bauern fand, von dem ich 1A frisch gepressten Saft beziehen kann – in unserer Familie nach einem Jahr Pause wieder ein Mostfass im Keller. Es sind zwar nur 40 Liter, aber das reicht für uns allemal.

Nach der Zugabe von Hefenährsalz und Reinzuchthefe lagert das Fass nun im Keller – um Weihnachten herum ist der (hoffentlich auch diesmal wieder) köstliche Most fertig – schmeckt auch als Glühmost spitze!

Most

Wie im vorherigen Beitrag angekündigt, hier meine erste Tasting-Notiz. Mein Punktesystem, bei dem ein Malt eine Höchstnote von 20 erreichen kann, habe ich von der Seite www.whisky-distilleries.info übernommen, da mir das 100er-System für mich persönlich als zu fein nuanciert erscheint. Ich will meine getesteten Malts nicht nach allerallerfeinsten Geschmacksnuancen unterscheiden, mir reicht eine gröbere Charakterisierung für eine schnelle und leicht erkennbare Einteilung. Außerdem: Ich achte auf Vergleichbarkeit – mein Ergebnis x4 gerechnet ergibt eine Note, die zum System der MaltManiacs kompatibel ist. Das adaptierte Punktesystem, übernommen von den Maltmaniacs:

(18 points & more) The sky is the limit! The most amazing malts money can buy; absolutely legendary ‘Aqua Vitae’.
(17 points) Highly recommendable. This is the good stuff we crave, (almost) universally loved and appreciated.
(16 points) Recommendable – plain & simple. You really can’t go wrong with these whiskies. Satisfaction guaranteed.
(15 points) Better than average, but not something worth hunting down. There are better single malts available.
(14 points) Below average, but not something that should be actively avoided either. Could do better, though.
(Below 14 points) Hold it! A score of 12 or even lower is reason for extreme caution. it means: downright avoidable

Nun aber auf zum ersten Tasting:

Bruichladdich Octomore 2_140 62,5%Vol.

Nase:
Extremer Rauch schlägt einem förmlich ins Gesicht, dazu Alkohol, Pfeffer und Schokolade. Mit etwas Wasser gesellen sich Toffee, Rosinen und reife Banane dazu. Dennoch dominiert der Rauch – was in diesem Fall ein gewolltes Feature ist.

Geschmack:
Wiederum Rauch, leichte medizinische Töne, etwas Salz, dazu Gräser und eine verblüffende (honigartige?) Süße

Abgang:
Warm, ölig, rauchig – der Rauch übertüncht im Abgang fast alles und er scheint ewig zu halten. Nichts desto trotz relativ komplex.

Kommentar:
Ein sehr, sehr rauchiger Malt, bei dem trotz aller Rauchigkeit noch andere, wunderbar harmonische Komponenten durchkommen. Trotz des Alkoholgehaltes und der vielen Phenole bleibt der Whisky warm und rund. Dieser Spirit teilt die Lager – entweder man hasst ihn, oder man liebt ihn. Ich gehöre zur letzteren Kategorie.

Note:
Verdiente 19/20 (vielleicht eine Spur darunter aber mehr bei 19 als bei 18)

Dem häufigen Leser meines Blogs wird es aufgefallen sein: Meine Beiträge zur Nassrasur in den letzten Monaten sind sehr, sehr spärlich geworden. Woran liegt das? Das liegt daran, dass sich bei mir eine Art „Egalität“ bis hin zur Ernüchterung eingestellt hat. Ich habe viele Rasiermesser und noch viel, viel mehr „Software“, also Rasiercremes, -Seifen, Aftershaves und Co angesammelt. Meine Regale sind übervoll mit Zeug. Ich sehe irgendwie keinen Grund mehr, weiterhin eine Sammlungsvergrößerung anzustreben – eher im Gegenteil, ich möchte reduzieren, kann mich aber sehr schwer von vielen Stücken trennen, da in meiner Sammlung ohnehin nur mehr die Sachen übrig geblieben sind, die ich für wirklich gut befunden habe. Aktiv suche ich nichts neues mehr, deshalb kaufe ich mir auch keine Messer mehr zur Restauration und die derzeitige Wirtschaftskrise mit den Auswirkungen auf die Menschen hat sich auch in meinen Schärfaufträgen niedergeschlagen.

Darüber hinaus haben sich bei mir zwei neue Hobbies hinzugesellt – oder, besser gesagt, zwei alte Hobbies sind neu aufgeflammt: Eines ist die (Auftrags-)Filmerei, bei der im Gegensatz zum Rasurzeugsammeln Geld reinkommt und nicht rausgeht und ein anderes sind Single Malt Whiskies. Ich war schon immer (seit ich 18 geworden bin) ein Liebhaber des schottischen Lebenswassers aber in den letzten Monaten ist meine Sammlung (ich sammle aber nur, was ich trinke, ich spekuliere nicht auf Wertsteigerungen wie manch andere) förmlich explodiert. Aus dem Grund wird es hier im Blog in Zukunft auch vermehrt Tasting-Notizen zu verkosteten Tröpfchen geben. Wenn sich auf dem Gebiet der Nassrasur Neues ergibt, so werde ich auch darüber schreiben, aber, wie gesagt, in dem Bereich ist es bei mir (momentan) sehr ruhig.

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