Seit einigen Wochen interessiere ich mich – angestachelt durch das eigene Backen von Brot und Gebäck – immer mehr für die Nahrungsmittelinfustrie. Obwohl bei uns im Haus Fertiggerichte, fertige Süßspeisen und Knabbereien sowie das Konsumieren von Fast Food schon immer verpönt waren gibt es doch so einiges, was man optimieren kann. So versuche ich etwa, allen Produkten mit Aromatisierungen, Zuckeraustauschstoffen und Geschmacksverstärkern (allen voran Mononatriumglutamat und Co) fast vollständig aus dem Weg zu gehen. Heute wollte ich Dauerwurst einkaufen, wir waren in der nächstgrößeren Stadt in einem großen Supermarkt mit einem einige Meter lange Dauerwurstregal. Ich habe jedes(!) einzelne Etikett inspiziert und dabei jede Menge Ekel erregendes gefunden. Von künstlichem Raucharoma über 10 unnötige E-Nummern war alles dabei – ebenso in jeder Wurst das verhasste Natriumglutamat – teilweise auch schön verbraucherfeindlich als „Hefeextrakt“ getarnt. Unter den Würsten waren viele von lokalen Kleinbetrieben – doch alle vertrauen sie nicht mehr der natürlichen Würzkraft von Gemüsen und Kräutern sondern setzen die Chemiebombe ein um dem Käufer einen völlig überwürzten, künstlichen Geschmack auf den Gaumen zu zaubern.
Letztendlich wurde ich dann doch noch fündig: Ich fand zwei Sorten Salami ohne jegliche Zusatzstoffe oder Geschmacksverstärker. Jetzt kommt der Hammer: Beide Würste sind importiert – eine aus Frankreich und eine aus Italien. Mir scheint, dass in diesen Ländern das Wort „Nahrungsmittel“ auch noch etwas bedeutet, was ansatzweise mit traditionellen Herstellungsmethoden gleichgesetzt werden kann wo alle einheimischen Metzgereien schon längst auf den Einheits-Massengeschmack mit der Bezeichnung „Umami“ umgesattelt haben. Pfui Teufel, stellt euch alle in die Ecke und schämt euch eine Runde!

Heute war ich beim Lidl einkaufen. Normalerweise kaufe ich in solchen Geschäften nie ein, da mir deren Mitarbeiterbehandlung und -Bezahlung widerstrebt, aber ich brauchte frischen Germ (für die Leute nördlich des Inns: Hefe). Ich packte also 3 Pakete ein und ging zur Kasse. Die Kassiererin fing erstmal an, das erste Paket nachzuzählen, meinen Hinweis, dass auf der nicht angebrochenen Verpackung ein Inhalt von 24 Stück angegeben war, ignorierte sie. Insgesamt zählte sie das erste Paket drei mal durch um dann zum Schluss zu kommen, es seien pro Paket 24 Stück Hefe enthalten. Anstatt diese Zahl aber mit 3 zu multiplizieren, wie es jeder intelligente Mensch machen würde, scannt sie jeweils ein Stück Hefe aus jedem der Pakete ein um dann die Kasse jeweils x24 rechnen zu lassen. Als die Prozedur abgeschlossen war, zählte sie auch das Wechselgeld in ihrer Hand dreimal nach bevor sie es mir aushändigte, nur um dann die drei Hefepakete („6, 12, 24 mal drei, ja, stimmt schon, sind 72″) abermals (mittlerweile wohl zum 5. mal) nachzuzählen.
Ich glaube, das nächste Mal lege ich alle 72 Hefepäckchen einzeln nacheinander aufs Förderband, ich denke, es dürfte schneller sein, wenn die Kassiererin diese einzeln einscannt…

PS: Die heutige Backausbeute: 3x1kg Vollkornbrot, 1×2 kg Bauernbrot, 18 Semmeln, 18 Vollkornweckerl, 9 Mohnflesserl, 9 Sesamstangen…

Ich habe es verteidigt, das kleine Kino Raab mit seinen drei Sälen (jetzt nach einem Umbau des B-Saales zu einem Club-Bereich nur mehr mit 2). Lange Jahre war es mein Stammkino mit seiner gemütlichen Atmosphäre und den moderaten Preisen. Vielen Leuten habe ich es immer wieder empfohlen, viele habe ich zu Kinoabenden dorthin gebracht.

Warum ich in der Vergangenheit schreibe? Das liegt daran, dass damit vorerst Schluss ist. Nein, nicht, weil das Kino zugesperrt hat, sondern weil es mich als langjährigen Stammkunden vergrämt hat. Wir fuhren soeben zu dritt nach Raab um uns eine Nachmittagsvorstellung anzusehen. Was mussten wir feststellen? Wir blieben zu dritt – es schloss sich uns niemand an. Da die Vorstellungen nur ab mindestens 5 Personen stattfinden mussten wir wieder umdrehen und heimfahren (22km pro Strecke) denn der nächste uns noch unbekannte Film sollte erst zwei Stunden später starten. Ich halte dies für eine ausgemachte Frechheit. In jedem anderen Kino werden Filme ab einer Person gespielt – hier nicht. Dort werden selbst Stammkundschaften, die zusammen in den letzten Jahren vierstellige Beträge in diesem Kino hinterließen, wieder kaltblütig heimgeschickt.
Nun, wenn das so ist, dann war das für einige Zeit das letzte Mal, dass ich meinem (ehemaligen) Stammkino einen Besuch abgestattet habe. Da sich mir aber immer einige Personen anschließen wird das für den Betreiber auf das Jahr gerechnet doch einen schönen Betrag an Mindereinnahmen ausmachen – so gut frequentiert ist das Kino ohnehin nicht dass 5-10 Leute mehr oder weniger egal wären.

Schade, aber es ist ja nicht so dass es in der Gegend keine anderen Lichtspielhäuser geben würde, die sich über mein Eintrittsgeld freuen. Vielleicht ist es auch besser so, so komme ich wenigstens mehr ins Scharfrichter in Passau.

Heute erreichte mich per E-Mail der neue Entwurf zur österreichischen Vorratsdatenspeicherung. Ich werde an dieser Stelle auf keine Details eingehen, da der Vorschlag zur Gänze aus datenschutz- und verfassungsrechtlichen Gründen aufs schärfste zurückzuweisen ist. Es wird eine Generalüberwachung aller österreichischer Bundesbürger mit übelsten Mitteln installiert von welcher die Stasi damals nicht mal träumen konnte. Jetzt wird es ernst – ich werde mir Mittel und Wege überlegen müssen, wie ich dieser staatlich organisierten Datensammel-Mafia entgehen kann. Beim Internet wird es wohl auf einen eigenen Rootserver mit VPN in einem, sagen wir mal, neutralen Land hinauslaufen. Die E-Mail-Speicherung muss ich mir noch genauer ansehen, ebenso die Standortüberwachung meines Mobiltelefones und die Telekommunikationsüberwachung. Telefon könnte man über einen SIP-Anbieter im außereuropäischen Ausland abwickeln, beim Handy wird es aber wohl schwierig werden. Ideen und Vorschläge wie man der Datensammelei entkommen kann sind herzlich willkommen! 

Hier der Entwurf als PDF zur Ansicht:Entwurf_ 2010 7 26 clean

Meine beiden Kollegen und ich filmen Jahr für Jahr etliche Veranstaltungen, Konzerte, Hochzeiten und vieles mehr. So verbraten wir pro Jahr ebenso etliche hundert DVD-Rohlinge. Erst kürzlich fand ich heraus, dass pro Rohling mit 4,7GB etwa 36Cent Abgabe an die Austro Mechana anfallen – in Deutschland ist es mit der GEMA ähnlich. Für 100 Rohlinge sind das 36€, verbraucht werden bei uns zwischen 300 und 700 Rohlinge pro Jahr. Da kommt eine erkleckliche Summe dabei heraus! Diese Gebühr ist die Rechtsgrundlage für Privatkopien und wird anteilsmäßig nach einem komplizierten Schlüssel an die Künstler ausbezahlt. Soweit die Grundlage.
Nun kann man sich das Geld von der AUSTRO MECHANA zurückholen. Theoretisch jedenfalls. Man muss nur angeben, dass die Rohlinge für einen anderen Zweck als das Kopieren urheberrechtlich geschützten Materiales verwendet werden, also etwa für Backups, Computerdaten, freie Software, Urlaubsfilme etc. Da fallen wir genau rein, da wir eigene Filme drehen und nur GEMA-/verwertungsgesellschaftsfreie Musik verwenden. Also sandte ich der Austro Mechana einen Antrag auf Rückerstattung aller Rohlingskäufe aus dem Jahre 2009. Insgesamt dauerte es drei Monate(!) bis ich Antwort bekam – negative Antwort. Die Rohlinge seien privat und nicht gewerblich verwendet worden, hieß es, also gäbe es keine Rückerstattung.
Das ist ja mal eine ausgemachte Frechheit! Ich sehe überhaupt nicht ein, warum ich einen dreistelligen Strafbetrag für Privatkopien bezahlen soll, wenn ich nur mein ureigenes Material verbreite/vervielfältige oder Backups erstelle. Das passt ja hinten und vorne nicht! Also fasste ich den Beschluss, keinen Rohling mehr in Österreich oder Deutschland zu kaufen – diese Abzockgesellschaften GEMA und AUSTRO MECHANA sehen von mir keinen Cent an Gebühren mehr!
Heute kam die erste Lieferung an neuen Rohlingen. 250 Stück. Aus Luxemburg über den Umweg einer deutschen Lieferadresse (In Österreich darf man sich nur Rohlinge von österreichischen Händlern schicken lassen…). Kostenpunkt: Gut 8€ die 50er-Spindel (Verbatim). Das macht insgesamt 90€ (250*0,36) die ich gespart habe und welche die Austro Mechana von mir nicht sehen wird. Stellt euch jetzt eine weit ausgestreckte Zunge vor, die in Richtung Wien zeigt.

Vorletztes Wochenende – ein heißes und stickiges – filmte ich mit meinem Team das Feuerwehrfest in Laufenbach. Dabei hörte ich die beste Politikerrede meiner bisherigen Festdokumentaristenlaufbahn, aber hört und seht selbst:

Der Nationalratsabgeordnete Wöginger Gust weiß einfach, wie man sich an einem heißen Tag zu benehmen hat, getreu dem luther’schen Motto: „Tritt frisch auf, tu’s Maul auf, hör’ bald wieder auf“.

Daran können sich einige Kollegen eine große Scheibe abschneiden!

Im heise-Forum beschwerte sich ein User, weil ihm 3,50€ 3D-Zushlag berechnet wurden. Er fragte sich, wofür dieser Betrag sei. Dies nehme ich nun zum Anlass um einmal zur aktuellen Situation in den Kinos Stellung zu nehmen:

ichwersonst schrieb am 13. Juli 2010 21:13
>+3,50 3D-Zuschlag (wofür eigentlich?)

Für die zusätzlichen Kosten welche pro Projektor für die 3D-Ausrüstung anfallen. Diese bewegen sich im fünfstelligen Bereich – 30000€ nannte mir mein Stammkinobetreiber vor einem Jahr, ich weiß aber nicht, wie aktuell das ist.
Da müssen erst (wenn man die Märchensteuer auch berücksichtigt) 10.000 Leute einen 3D-Film im jeweiligen Saal ansehen, damit sich die Investition rentiert. Aber klar, die Knauserer wollen alles was neu ist, aber bitte umsonst!

Zum Thema Kopie-Kosten: Theoretisch sind diese minimal, theoretisch könnten die Verleiher jeden Film jedem Kino offerieren. In der Praxis sieht es so aus: Früher und auch heute gab es limitierte Anzahlen an 35mm-Kopien, die zuerst an die großen, dann an die kleinen Kinos durchgereicht wurden. Dieses Limit wäre heute mit der Digitalechnik obsolet – die Verleihfirmen wollen es aber (warum auch immer – vielleicht ist es der Lobbyismus der großen Ketten welche die kleinen aus dem Markt drängen) künstlich am Leben erhalten.
Während also das 37-Saal-Gigaplex 15 Digitalkopien von Bumsdieliesl Teil 45 bekommt, bekommt das vielleicht verbliebene 1-Saal-Kino in der Pampa erst in der 5. Woche eine Digitallizenz. So viel zu den Vertriebstechniken, mit denen hier gearbeitet wird.

Die „bösen“ sind jedenfalls nicht die Kinos, die meist hart daran arbeiten müssen, rentabel zu bleiben bzw. Gewinne zu machen sondern die gierigen US-basierten Verleihfirmen (aber auch heimische), die abschöpfen wollen, was nur geht.
Und ja, sie können es, denn heutzutage kann es sich kein Kino leisten, einen Blockbuster nicht zu spielen, nur weil der Verleih 65% von den Karten +1€ zusätzlich für den Privatsäckel des Regisseurs berechnen will. Dazu ist der Konkurrenzdruck der Kinos zu groß, denn auch wenn einer den Streifen blockiert – 3 andere werden ihn in der Stadt doch spielen und damit ihr Geschäft machen. Genau das wissen die Verleiher, genau das nutzen sie schamlos aus.
Anstatt sich aber beim Verleiher zu beschweren schimpft der gemeine Kinogeher über den Abzockbetrieb Kino, der unverschämte Preise berechnet…

Außerdem muss man bei der Digitaltechnik einberechnen, dass sich die Projektoren viel schneller „rechnen“ müssen – obwohl sie teurer als 35mm-Projektoren sind. 35mm-Projektoren halten gerne über 50 Jahre – in der jetztigen Welt mit Digitaltechnik wird der Kinobetreiber die Projektoren und die Technik drumherum etwa alle 10 Jahre ersetzen müssen wegen neuer Formate, neuer Verschlüsselungen etc.
Bei den ohnehin geringen Kartenmargen (die Verleiher bekommen pro Karte von 50% bis über 60%, große Ketten haben auch hier bessere Konditionen) sind solche Zuschläge nicht verwunderlich, denn sonst rentiert sich de Umstellung ohnehin nicht.

Rentieren ist ein interessanter Punkt: Kaum ein familiengeführtes 1-4-Saal-Kino kann die Umstellung „einfach so“ bezahlen. Kredite oder Leasingverträge sind wegen der Kosten und der geringen Haltbarkeit der Geräte im Vergleich zu traditioneller Technik ebenso nicht das Gelbe vom Ei, gerade im Kinogeschäft, welches saisonal schwankt und hohe monatliche Rückzahlungen schwierig macht.
In diesem Bereich werden wir ein massives Kinosterben erleben, wenn die Verleiher eines nahen Tages keine 35mm-Kopien mehr produzieren lassen. An diesem Tag wird vermutlich mein familiäres, gemütliches Stammkino sterben (und mit ihm viele andere) und ich werde aufhören, Kinogänger zu sein, denn in diese großen Massenabfertigungs-Lichtspiel-Kommerzhallen mit halbstündiger Werbung vor dem Film bringt mich niemand rein.

In der letzten Zeit beobachte ich, dass ich immer mehr Zahlscheine bekomme, auf denen BIC/IBAN statt BLZ und Kontonummer aufgeführt sind. Was soll denn das bitte werden? Wenn ich kryptische Zahlen und Ziffern abtippen will, dann wäre ich Buchhalter. Also, liebe Banken: Wischt euch mit diesem neumodischen Dreck den Allerwertesten ab und gebt wieder ordentliche Zahlscheine aus, die man auch abtippen kann, ohne Augenkrebs zu bekommen!

Wahrscheinlich ist mein Aufruf aber nutzlos. Die Amerikaner wollen über die SWIFT Zugriff auf all unsere Banktransfers haben (wir sind ja alle böse, böse Terroristen, die überwacht gehören!). Eine Umstellung aller Überweisungen auf BIC/IBAN bringt hier genau das, was die Amis wollen: Eine lückenlose Erfassung auch von innerstaatlichen Überweisungen. Und seien es 50 Euro Taschengeld von den Eltern für den 14-jährigen Franzi aus Hintertupfing. Er könnte mit dem Geld ja eine Bombe bauen wollen und mit dem Modellflieger im US-Urlaub gegen einen Modellwolkenkratzer in Disneyworld fliegen. Schöne neue Welt!

Was sich bei mir in den letzten Wochen abgespielt hat, das lässt mich schön langsam an eine Verschwörung der Versender und Postdienstleister gegen mich glauben:

- Eine Lieferung aus Deutschland wird seit 2 Wochen nicht verschickt weil die Ware nicht lieferbar ist
- Eine weitere Lieferung aus Deutschland ist seit letztem Montag unterwegs aber noch nicht angekommen
- Ein Camcorder aus den UK ist seit letzten Dienstag unterwegs (normalerweise brauchen die Pakete von UK NIE länger als 5 Werktage…)
- Ein Leatherman, den ich für meinen Bruder bestellt habe, ist seit 7 Wochen unterwegs und wohl ebenfalls verschollen

Derart viele massive Lieferprobleme auf einem Schlag hatte ich überhaupt noch nie erlebt. Da schlägt wohl wieder mal Murphy’s Law zu… :(

Heute auf dem Weg zu einem Seminar gesehen:

Nein Danke, diese Viecher können die D-Promis von mir aus im Dschungel in 10 Variationen verspeisen, aber auf meinen Teller kommen sie nicht. Ich höre ihnen viel lieber zu, wie sie am Abend vor meinem Fenster zirpen.

So was aber auch…