Teil 4: Die Quellen (letzter Teil)
Das ist nun der schwierigste Teil. Japanische Rasiermesser sind zum Großteil nur schwer und mit hohem Aufwand zu bekommen. Darüber hinaus steigen die Preise kontinuierlich – viele der alten Meister (wie Tosuke) sind in den letzten Jahren ohne Nachfolger verstorben und die Nachfrage steigt. Das treibt den Preis in die Höhe. Ein Beispiel: Vor einem Monat kostete mich mein echtes Tosuke 180$ – alles inklusive. Der selbe Verkäufer – ein Privatmann aus den USA, der einen Freund in Japan hat, der dort für ihn die Messer auftreibt, bezahlt jetzt für das gleiche Messer im Einkauf 220$ – aber ohne Steuern, Spesen und Versand. Im Verkauf ist dann mit 240-250$ oder gar mehr zu rechnen. Wer so ein Messer will, der sollte besser jetzt noch zugreifen bevor die Preise ganz explodieren. In einem Jahr ist sicher mit 20-30% höheren Preisen zu rechnen.
Wer also ein “normales” Rasiermesser aus Japan will, hat folgende Optionen:
- Kauf in den amerikanischen Foren: Die einfache und beste Lösung. Bei theshaveden.com und straightrazorplace.com tauchen immer wieder mal solche Messer auf
- Direktimport aus Japan: Die umständlichste Variante. Die mir bekannten japanischen Shops verkaufen nur innerhalb von Japan und sind zum Großteil auch nur auf Japanisch. Da braucht man einen Mittelmann. Oder fährt selber hinüber.
- ebay: Für neue Messer NICHT zu empfehlen! Dort verkaufen die amerikanischen Importeure gerne die Ausschussware, die sie den Forenmitgliedern nicht zumuten wollen zu überhöhten Preisen. Also nochmals: VORSICHT! Wer um die Restauration von Messern weiß, der kann sich ein altes Restaurationsobjekt auch bei ebay kaufen, bei neuen Messern ist aber Vorsicht angedacht. Lieber eventuell erst mit mir Rücksprache halten, ich kann die Messer für euch beurteilen.
Eine Option bleibt noch: Der Kauf eines Premium-Messers vom weltweit anerkannten Schwertschmiedemseiter Iwasaki (bzw. gefertigt von seinem Schüler mit 30-jähriger Erfahrung, Mizuochi-san, der der nächste Meister der Schmiede werden wird). Diese Messer sind deutlich teurer als die anderen, aber einfacher zu bekommen und in der Qualität und Rasurleistung das Nonplusultra. Quellen für Schwedenstahl-Iwasakis (für Messer aus Tamahagane, manchmal auch “Ball-Steel” genannt, kenne ich keine Quellen):
- www.rasurpur.de: Die beste Wahl, da die Messer rasurfertig ankommen
- www.warenhaus-schulz.de: Auf Grund des Preises die zweitbeste Wahl
- www.dick.biz
So, das war er, der vierte und letzte Teil zu den japanischen Rasiermessern. Fragen, Kommentare, Anregungen? Immer nur her damit!