Hundertfach ist die Frage in den einschlägigen Rasurforen zu lesen, welche Steine Mann denn zum Schärfen der Rasiermesser kaufen solle. Ebenso zahlreich kommen dann auch die verschiedenen Antworten zurück, die oft mehr verunsichern denn helfen.
Also habe ich mich daran gemacht, eine kleine Empfehlung an Schärfsteinen aufzustellen, mit denen der Anfänger einsteigen kann, an denen er aber auch sein Leben lang Freude haben wird und die auch “nach oben hin” erweiterbar sind.
Abraten kann ich an dieser Stelle nur eindringlich vom oft erwähnten “Kombinations-Einsteigerstein” Sun Tiger oder King mit 1000/6000er Seite. Die 1000er Seite ist gut, die 6000er-Seite für Küchenmesser okay, beim Schärfen von Rasiermessern sind aber daran mehr Einsteiger verzweifelt als mit diesem Stein Erfolge gehabt haben.
1.) Der Vorarbeiter
Für die Grobarbeit und zur Herstellung der Schneidfacette braucht es einen Stein von einer Körnung, die im Bereich von etwa 1000 liegt. Sehr empfehlenswert sind die 1000er-Steine von King und Naniwa, die es etwa bei dick.biz und feinewerkzeuge.de zu erwerben gibt. Kostenpunkt: 20-40€
2.) Der Nacharbeiter
Um den Grat abzuziehen und die Facette vorzupolieren, braucht es einen feineren Stein. Der unangefochtene König in dieser Klasse und meine persönliche Empfehlung (auch wegen des Preises) ist der 4000er von King. Dieser ist auch bei den benannten Shops erhältlich, ich würde aber zu der großen Variante von dick.biz raten, mit der es sich sehr schön arbeiten lässt. Kostenpunkt: 35€
3.) Der Polierer
Nach diesen beiden Steinen benötigt Mann mindestens einen Stein, der die Facette feinpoliert. Dieser sollte in der Gegend von 6000 aufwärts liegen. Erfahrenere Schleifer nehmen mehrere Steine, die bis in Natursteinregionen und Körnungen von 30.000+ vordringen, der Einsteiger nimmt aber von diesen Spezialsteinen Abstand.
Hier einige Wahlmöglichkeiten, die ich persönlich empfehlen kann:
- blauer Belgischer Brocken von belgischerbrocken.com. Günstiger, feiner, natürlicher Wasserabziehstein. Es gibt auch einen gelben Belgier, der ist zwar feiner, aber etwas rauer und benötigt einen sanfteren Stein hinterher. Also lieber den blauen nehmen. 20€ aufwärts und wegen des Preises mein persönlicher Geheimtipp.
- 8000er Naniwa SuperStone von feinewerkzeuge.de Mit fast 70€ sehr teuer, aber auch sehr gut. Eine Frage des Budgets
- 12.000er chinesischer Abziehstein von woodcraft.com Wer den Import aus den USA nicht scheut, der wird mit einem exzellenten Polierer belohnt, der sehr fein ist und eine sehr sanfte Schneide erzeugt. Preislich liegt er, je nach Dollarkurs und gewähltem Versand, zwischen 30 und 45€
4. Pastenriemen
Auf dem Pastenriemen wird nach dem Schärfen der so genannte zweite Schneidenwinkel, der schneidende Grat, erzeugt. Von den im Laden erhältlichen roten, schwarzen und grünen Pasten kann ich aus persönlicher Erfahrung nur abraten. Am Besten nimmt man einen günstigen Lederriemen und besorgt sich im Künstlerbedarf die Acrylfarbe von Lukas “Olivgrün” mit der Nummer “4757″. Damit den Lederriemen glatt bepinseln (2x auftragen, nach dem Trocknen evtl. mit feinem Schleifpapier glatt schleifen) und fertig ist der Pastenriemen, der garantiert funktioniert.
5. Lupe
Oft unterschätzt ist dieses kleine, aber so wichtige Werkzeug, mit dem der Schärffortschritt kontrolliert wird. Mindestens 15x sollte die Vergrößerung schon sein, Einschlaglupen sind beim Optiker oder auch auf Ebay in allen Größen und Preiskategorien verfügbar.