Eine kleine Anekdote aus meinem Rasiermesserleben:

Heute war ich in einem Teil meiner Studienstadt Passau unterwegs, in dem ich noch nie war, weil ich ein Ganztagsseminar in einer abgelegenen Uni-Zweigstelle besuchte. Auf dem Hinweg fiel mir ein Antiquitätengeschäft auf. In der Mittagspause ging ich hin, um nach alten Rasiermessern zu sehen. Tatsächlich, da waren auch schon welche. 90% war Müll, aber ich sah mir einen unbenutzten Biber-Streichriemen, ein Ern, ein altes Dovo und ein Elliott mit Knochenheft. Beileibe keine Schönheiten, die Messer, aber allesamt restaurierbar. Dazu noch einen alten Fasan-Schrägschnitthobel in versifftem, aber reinigbarem Zustand. Also frug ich, was der Preis für die Ware sei. Ich fiel fast vom Stuhl, als mir der Inhaber erzählen wollte, er nähme normalerweise 80€ pro Messer, weil ich aber mehrere kaufen würde, würde er sie mir für 60 geben. Wie bitte? 60 Euro für Messer, bei dem ich in jedes Stunden an Arbeit stecken muss und die ich, wenn ich sie weiterverkaufen wollte, restauriert nicht für 50€ an den Mann bekomme? In dem Zustand, in dem die Messer waren, dürfte er froh sein, dafür bei Ebay 5€ zu bekommen. Der Biber-Riemen sollte auch 90€ kosten, ich sollte ihn für 60 bekommen, zusammen mit den anderen Sachen. Um das Geld bekomme ich neu fast zwei Riemen. Also machte er mir ein Komplettangebot, alles zusammen für 150€. 50-60€ hätte ich ihm für alles zusammen gegeben – aber auch schon allerallerhöchstens.

Nein, mein lieber Herr, so kommen wir nicht ins Geschäft. Da bleibe ich doch lieber bei ebay.

Achja: Der versiffte Fasan-Hobel mit eingerissener Deckplatte sollte 30€ kosten…