Ganz überraschend, ich war gerade bei der Restauration eines Wade & Butcher-Rasiermessers, ereilte mich ein Telefonanruf von einem örtlichen Händler. Der bestellte Thüringer Abziehstein von MST sei da. Beim Auspacken wurden meine Augen groß, handelte es sich tatsächlich um eine grau-grünen Thüringer, also einem Abziehstein von allerfeinster Qualität, wie sie heute nur mehr sehr, sehr schwer zu bekommen sind. Zwar ist er mit 12,5cm Länge sehr kurz, aber länger gibt es diese Steine (derzeit) nicht. Die Körnung soll ungefähr bei 10.000-12.000 liegen. Ein erster Test mit zwei Messern ergab: Ein sehr schönes, fein arbeitendes Steinchen, das keine Wünsche offen lässt. Morgen folgt der Rasurtest, ich erwarte nur das Beste.
Weil ich schon dort war, nahm ich auch noch einen Gosauer Schleifstein mit, von dem ich noch nie was gehört hatte. Es ist ein Sandstein im Banksteinformat. Obwohl als „fein“ bezeichnet, ist er sehr grob. Mal sehen, vielleicht ist er zur Vorarbeit für Rasiermesser mit Scharten geeignet. Ich befürchte aber fast, dass er als Sandstein mit den sehr harten Carbonstählen von Rasiermessern Schwierigkeiten haben wird. Mal sehen.

23. Juli 2009 at 01:09
Hallo. Interessante Berichte!
Wie hat sich der Gosauer herausgestellt? Bin mir am überlegen, ob ich einen für meine Jagdmesser kaufen soll.
23. Juli 2009 at 22:55
Vielen Dank!
Nun ja, der Gosauer ist sehr grob. Ich würde ihn maximal für den Vorschliff einsetzen und selbst da ist er für harte Stähle eher weniger geeignet, weil mit steigender Härte der Abtrag rasant abnimmt. Nach längerer Erfahrung mit den Steinen würde ich persönlich zu den Shapton Glas-Steinen raten, die sind auch für Küchen- Taschen- und Jagdmesser prima geeignet. Mit einem 500er und einem 2000er kommt man da sehr, sehr weit.