Nach drei Tagen der Schäumerei mit den Rasierseifen von Calani ist es nun Zeit für einen Testbericht:
- Aufschäumverhalten:
Wie die meisten handgemachten Seifen, die ohne Tenside, tierische Fette und sonstige „schnelle Schaummacher“ auskommen, braucht man etwas mehr Umdrehungen, um wunderbar dichten, sahnigen Schaum zu bekommen. Am besten gelingt es mit einem guten, feinen Silberspitz. Testweise nahm ich auch einen dichten Synthetikpinsel, mit dem wurde der Schaum nicht so gut, er fiel schnell in sich zusammen. Für die Messerrasierer kann vielleicht interessant sein, dass ich vor dem dritten Durchgang aus dem Tiegel nochmal Seife nachfassen muss, um auch dafür guten Schaum zu haben. Das ist bei mir aber bei vielen Seifen so.
- Einweichwirkung:
Hierzu muss ich nicht viel schreiben, die Einweichwirkung ist wirklich tadellos, die Rasur wird dadurch sehr glatt.
- Hautgefühl:
Die Haut wird gut mit Feuchtigkeit versorgt, nach der Rasur brauche ich keine übermäßige Feuchtigkeitspflege, ein normaler ASB reicht, was bei meiner trockenen Haut besonders viel über die Qualitäten der Seife aussagt. Beim Abspülen des Gesichtes fühlt man noch einen seifigen Film auf der Haut (vorausgesetzt, es wird nicht zu viel Wasser beim Schäumen verwendet), eine Eigenschaft, die ich sehr schätze.
- Düfte:
- „Classic Havana„: Der wohl konservativste Duft im Programm. Seifig, dunkel, holzig, mit aromatischen Kräutern und einem warmen Kern. Dezenter und facettenreicher als der nicht unähnliche Duft von „Tabac Original“.
- „Tea Time„: Hat mit Tee nicht wahnsinnig viel zu tun, passt aber zum Gefühl einer sommerlichen Früchteteepause: Grüne Gräser treffen auf runde Fruchtaromen (Orange, Himbeere, Erdbeere?) und eine leichte Gewürzkomponente.
- „Cadre Noir„: die Assoziation mit Pferden ergibt sich bei mir nicht. Patchouli und Weihrauch riechen für mich etwas nach 68er, nach dem geheimnisvollen, dunklen und kecken Wunsch nach freier Liebe, Freiheit und Abenteuer, der aber etwas durch eine konservative Komponente unterdrückt wird. Fein für die kältere Jahreszeit oder die sinnliche Abendrasur.
- „Highland Honey„: Wer seine Nase schon mal in wilden Blütenhonig vom Imker getaucht hat, weiß, was er bekommt: Eine süßliche, blumige, höchst aromatische Mischung, die man sich am liebsten aufs Brot streichen möchte.
- „Lavendel„: Wie ein Spaziergang durch die tiefblauen Lavendelfelder in der Haute Provence. Noch Fragen?
- „Iberische Sonne„: Hände hoch: wer kocht gerne? Wer hat schon mal Zypressen und Orangen aufgeschnitten und frisch verzehrt oder verkocht? Beide Elemente ergeben zusammen ein fruchtiges, frisches Aroma, das am Morgen garantiert wach macht.
- „Bay Rum„: Kein „klassischer“ BayRum-Duft mit den ätherischen Ölen des „Bay Laurel Tree“ sondern eine weichere, rundere, fruchtigere Parfumölvariante.
- Fazit:
Eine wunderbare, handgemachte Rasierseife mit tollen Einweich- und Pflegeeigenschaften sowie einem vielseitigen Angebot von Düften, die meist jenseits des üblichen Duftangebotes liegen und gerade deshalb aus der Masse herausstechen. Klare Empfehlung!

14. Oktober 2008 at 21:47
Hallo Klaus,
ich kann deinen Testergebnissen nur voll und ganz zustimmen.
Auch mir haben es die Seifen von Cahterin angetan, besonders die Rasierseifen. Die Cadre Noir ist mein absoluter Favorit, eine Duftkomposition wie aus 1001 Nacht, einfach der Hammer schlechthin.
Mittlerweilen ist auch das Schaumschlagen mit der Calani RS ein Klacks und ich bekomme herrlichen, stabilen, cremig-sahnigen Schaum, der mein Gesicht schon während der Rasur verwöhnt und pflegt.
Auch die Bay Rum ist toll, genauso wie die Iberische Sonne. Als nächstes werde ich die Classic Havanna testen, der Duft ist erinnert mich irgendwie an vergangene Tage meiner Kindheit, mit denen ich Positives, Angenehmes verbinde…
Mittlerweile habe ich die Cadre Noir auch als Körperseife, aber ich lass das Stückchen von Catherin noch ein bissl nachreifen, härter werden, damit es nicht so schnell aufgebraucht ist ;o). Das steigert die Spannung und die Vorfreude ist ja auch etwas Schönes!
14. Oktober 2008 at 21:53
Hallo Gerald,
schön, dass Dir die Seifen auch gefallen und sie mit der Zeit an Verbreitung gewinnen. Der Cadre Noir-Duft hat schon was an sich, ja, die bessere Variante von Tabac Original könnte man fast sagen. Ich glaube, die werde ich morgen mal wieder zum Rasieren verwenden.
Mal sehen, welche Rasierseife/-creme ich als nächstes vorstelle. Ich glaube, die Tabula Rasa wäre mal an der Reihe.
Klaus
24. Februar 2010 at 22:31
Hallo,
… und in http://www.georgs-barbershop.de gibt es jetzt diese wunderbaren Rasierseifen!
24. Februar 2010 at 22:32
Hallo,
… und in http://www.georgs-barbershop.de gibt es jetzt diese wunderbaren Rasierseifen!
Georg