Produktbild "Iberische Sonne". (C) Catherin Nitsche

Produktbild "Iberische Sonne" (C) Catherin Nitsche

Nach drei Tagen der Schäumerei mit den Rasierseifen von Calani ist es nun Zeit für einen Testbericht:

  • Aufschäumverhalten:
    Wie die meisten handgemachten Seifen, die ohne Tenside, tierische Fette und sonstige “schnelle Schaummacher” auskommen, braucht man etwas mehr Umdrehungen, um wunderbar dichten, sahnigen Schaum zu bekommen. Am besten gelingt es mit einem guten, feinen Silberspitz. Testweise nahm ich auch einen dichten Synthetikpinsel, mit dem wurde der Schaum nicht so gut, er fiel schnell in sich zusammen. Für die Messerrasierer kann vielleicht interessant sein, dass ich vor dem dritten Durchgang aus dem Tiegel nochmal Seife nachfassen muss, um auch dafür guten Schaum zu haben. Das ist bei mir aber bei vielen Seifen so.
  • Einweichwirkung:
    Hierzu muss ich nicht viel schreiben, die Einweichwirkung ist wirklich tadellos, die Rasur wird dadurch sehr glatt.
  • Hautgefühl:
    Die Haut wird gut mit Feuchtigkeit versorgt, nach der Rasur brauche ich keine übermäßige Feuchtigkeitspflege, ein normaler ASB reicht, was bei meiner trockenen Haut besonders viel über die Qualitäten der Seife aussagt. Beim Abspülen des Gesichtes fühlt man noch einen seifigen Film auf der Haut (vorausgesetzt, es wird nicht zu viel Wasser beim Schäumen verwendet), eine Eigenschaft, die ich sehr schätze.
  • Düfte:
    - “Classic Havana“: Der wohl konservativste Duft im Programm. Seifig, dunkel, holzig, mit aromatischen Kräutern und einem warmen Kern. Dezenter und facettenreicher als der nicht unähnliche Duft von “Tabac Original”.
    - “Tea Time“: Hat mit Tee nicht wahnsinnig viel zu tun, passt aber zum Gefühl einer sommerlichen Früchteteepause: Grüne Gräser treffen auf runde Fruchtaromen (Orange, Himbeere, Erdbeere?) und eine leichte Gewürzkomponente.
    - “Cadre Noir“: die Assoziation mit Pferden ergibt sich bei mir nicht. Patchouli und Weihrauch riechen für mich etwas nach 68er, nach dem geheimnisvollen, dunklen und kecken Wunsch nach freier Liebe, Freiheit und Abenteuer, der aber etwas durch eine konservative Komponente unterdrückt wird. Fein für die kältere Jahreszeit oder die sinnliche Abendrasur.
    - “Highland Honey“: Wer seine Nase schon mal in wilden Blütenhonig vom Imker getaucht hat, weiß, was er bekommt: Eine süßliche, blumige, höchst aromatische Mischung, die man sich am liebsten aufs Brot streichen möchte.
    - “Lavendel“: Wie ein Spaziergang durch die tiefblauen Lavendelfelder in der Haute Provence. Noch Fragen?
    - “Iberische Sonne“: Hände hoch: wer kocht gerne? Wer hat schon mal Zypressen und Orangen aufgeschnitten und frisch verzehrt oder verkocht? Beide Elemente ergeben zusammen ein fruchtiges, frisches Aroma, das am Morgen garantiert wach macht.
    - “Bay Rum“: Kein “klassischer” BayRum-Duft mit den ätherischen Ölen des “Bay Laurel Tree” sondern eine weichere, rundere, fruchtigere Parfumölvariante.
  • Fazit:
    Eine wunderbare, handgemachte Rasierseife mit tollen Einweich- und Pflegeeigenschaften sowie einem vielseitigen Angebot von Düften, die meist jenseits des üblichen Duftangebotes liegen und gerade deshalb aus der Masse herausstechen. Klare Empfehlung!