Nachdem ich die beiden Steine seit Erhalt an gut 30 Messern getestet habe wird es Zeit für einen Testbericht zum 500er und 2000er aus der Shapton Glass-Stone-Serie:

  • Gemeinsames/Allgemeines:
    Mit 210×70mm Größe gehören beide Steine zu den größeren Vertretern ihrer Art und sind für alle Messergrößen sehr gut geeignet. Es ist eine wahre Freude, mit so großen Steinen zu arbeiten. Die eigentliche Schleiffläche aus Keramik ist auf einer Glasschicht aufgebracht, damit die Steine dicker und dadurch leichter handhabbarer und bruchfester sind. Die Nutzfläche ist mit einer Dicke von nicht einmal einem halben Zentimeter recht dünn, die extreme Härte der Steine macht dies aber wett: Der Abtrag am Stein ist absolut minimal, auch nach über 30 benutzten Messern verlangen die Steine nach keiner Abrichtung mittels Diamantplatte – es ist keine Abnutzung zu erkennen. Beide Steine sollen übrigens nicht in Wasser gelagert, sondern nur kurz vor Benutzung zwei Minuten gewässert werden. Durch die Härte des Granulates nehmen sie nur sehr wenig Wasser auf. Einen einzigen Negativpunkt gibt es aber: Da sich kaum Schleifpartikel von den Steinen lösen bleibt der Stahlabtrag am jeweiligen Stein haften und muss mittels Spülburste hin und wieder entfernt werden.
  • Der 500er:
    Als extrem aggressiv aber gleichzeitig sanftmütig würde ich diesen Stein charakterisieren. Er packt gehörig zu und trägt das Material im Nu ab, hinterlässt an der Schneide aber keinen Bart und erzeugt eine sehr feine Facette. Der ideale Weggefährte für gröbere Reparaturen und das Ausschleifen von Scharten sowie perfekt in der Kombination mit dem 2000er-Kollegen.
  • Der 2000er:
    Dieser Stein arbeitet wie der 500er sehr rasch und trägt rasant ab – viel stärker als normale 1000er. Gleichzeitig erzeugt der Stein eine sehr schöne Facette, mit der man den Unterarm perfekt rasieren kann. Dem Einsatz eines blauen oder gelben Belgiers direkt nach dem 2000er steht nichts im Wege. Da der Stein auch sehr rasch abträgt eignet er sich auch als erster Stein beim Nachschärfen von Rasiermessern und macht den Job, den sonst der 1000er macht, zu vollster Zufriedenheit.

Mein persönliches Fazit:
Beide Steine haben sich vom ersten Schärfen an in mein Herz gearbeitet, sie sind durch ihre schnelle und exakte Arbeitsweise eine große Zeitersparnis und bringen gleichzeitig einen Zugewinn an Präzision. Die Rechtfertigung für den höheren Preis findet sich darüber hinaus alleine schon darin, dass die Steine extrem hart sind und wohl nur sehr, sehr selten abgerichtet werden müssen. Eindeutige Kaufempfehlung für alle, die öfters als einmal im Monat schärfen, für alle anderen reicht ein “normaler” 1000er auch.