Soeben komme ich von Dreharbeiten bei einem dreitägigen Zeltfest zurück. Heute stand auf dem Programm: Musikunterhaltung am Abend filmen. Ein Novum für mich, denn normalerweise scheue ich solche Großveranstaltungen mit ohrenbetäubender Livemusik wie der Teufel das Weihwasser.

Nun gut, erstes Kuriosum (zumindest für mich): Die Musik fing erst um 22:15 Uhr zu spielen an – eine Zeit, zu der ich normalerweise von einem Konzert schon wieder auf dem Heimmarsch bin. Zweites Kuriosum: Die Leute selbst kamen erst um diese Zeit. Naja, klar, wenn man zu Hause erst stundenlang „vorglüht“, dann ist die Zeit erklärbar. Drittes Kuriosum: Trotz strömendem Regen und tiefen Außentemperaturen waren manche Leute (hauptsächlich Mädels) angezogen als würden sie in der Karibik am Strand liegen…
Als die Musik dann aber zu spielen begann, war ich heilfroh, vorgesorgt zu haben: Mit Ohrenstöpseln wurde der Lärm (anders lässt es sich nicht bezeichnen) kurzerhand um 39 Dezibel reduziert – erst dann war die Lautstärke halbwegs erträglich. An Konversation war selbst im hintersten Winkel des Zeltes nicht zu denken. Nach zwei Musikstücken, zwei Bier (in der Wartezeit konsumiert – wir Unwissende waren schon um 21:00 vor Ort…) und 2×20 Inserts suchten mein Kollege und ich schnell wieder das Weite und die angenehme Ruhe des Schnittzimmers.

Jahrelang habe ich mich gefragt, ob ich nicht was versäumt hatte, weil ich nie auf solche Feste ging. Seit heute weiß ich: Ja, ich habe was versäumt – mindestens einen Gehörsturz! Welch Verlust!